Muskelhypothek: Das bringt’s!

Sparpotential: Durch Eigenleistung lassen sich bis zu einem Drittel der Baukosten sparen – theoretisch. Doch realistisch ist das nicht. Sie müßten dafür mehr als 300 volle Arbeitstage auf der Baustelle zubringen. Auch wenn Sie handwerklich talentiert sind, viele freiwillige Helfer haben und sich alle Wochenenden freihalten: Mehr als 15 % Sparpotential ist nicht drin. Das ist übrigens auch der Wert, den Banken bei der Darlehensvergabe maximal anrechnen.

Qualität: Schätzen Sie Ihre handwerklichen Fähigkeiten realistisch ein. Malerarbeiten, Dachgeschoß-Ausbau, Fliesenlegen: Gut geeignet sind Arbeiten, bei denen die Materialkosten gering, die Lohnkosten aber hoch sind. Hände weg von Heizungsbau, Sanitär- und Elektroinstallation! Hier ist der Fachmann gefragt.

Fallen: Ein Alleingang birgt viele Risiken. Blockieren Sie durch Ihre Arbeit die Profis, kann das teuer werden. Das Bauunternehmen darf eine Entschädigung verlangen. Die längere Bauzeit verursacht Extrakosten bei der Finanzierung. Außerdem: Fürs Selbstgemachte haben Sie keinerlei Gewährleistungsansprüche. Tipp: Grenzen Sie Ihre Arbeiten genau ein, stimmen Sie sich zeitlich mit den anderen Gewerken ab, führen Sie ein „Eigenleistungs-Protokoll“ über jeden Handgriff.

Vorschriften: Das Ergebnis Ihrer Arbeit soll nicht nur schön aussehen und funktionieren, sondern muss auch den technischen Bestimmungen, Bauvorschriften und DIN-Normen entsprechen. Eine Übersicht gibt‘s im Internet unter www.bauvorschriften.de.

Sicherheit: Das Bau- oder Renovierungsvorhaben müssen Sie innerhalb einer Woche nach Beginn der zuständigen Bau-Berufsgenossenschaft [www.bgbau.de, Hotline: 01803/987001 (0,9 €/Min.)] melden. Auch der Bauherr selbst kann sich da versichern. Alternative: eine private Unfallpolice. Schäden an Dritten deckt die Bauherrenhaftpflicht ab.

Hilfe: Verwandte, Nachbarn, Arbeitskollegen – Freizeithandwerker aus Ihrem Umfeld dürfen Sie nicht bezahlen (Schwarzarbeit!). Sie müssen sie ebenfalls bei der Zauberufsgenossenschaft anmelden. Kosten: knapp 2 Euro pro Stunde und Helfer. Wichtig: Stundennachweis führen.